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15Dec

Moin Moin!

Mein Name ist Marlene Löhr und ich bin Landesvorsitzende der Grünen in Schleswig-Holstein.

Derzeit bin ich die jüngste Landesvorsitzende einer politischen Partei in Deutschland. Ich versuche besonders Interessen und Perspektiven junger Menschen in die Politik einzubringen und zu zeigen, dass Jugend kein Argument dagegen ist Verantwortung zu übernehmen. Darüber sollst du hier mehr erfahren können.

In der Rubrik “Salam Almania” berichte ich von den Integrationserfahrungen, die mein marokkanischer Mann und ich täglich in Deutschland machen.

Willkommen also auf meiner Hompage und bei Fragen einfach fragen!

Alles Gute,

Marlene Löhr

25Apr

GRÜN ist der Wechsel!

Liebe Schleswig-Holsteinerinnen und Schleswig-Holsteiner,

Sie haben bei dieser Landtagswahl zwei Stimmen – Erststimme und Zweitstimme.

Erststimme

Wie bei einer Bundestagswahl können Sie über die Erststimme die Kandidatin oder den Kandidaten aus Ihrem Wahlkreis wählen, die/den Sie im Landtag von Schleswig-Holstein sehen wollen. Bei der Erststimme gilt “Der Gewinner bekommt alles”. Nur eine Person gewinnt, alle anderen Stimmen sind “verfallen”.

Zweitstimme

Wichtiger ist daher die Zweitstimme. Denn mit der Zweitstimme entscheiden Sie, über die Stärke und Sitzanzahl der einzelnen Parteien im Landtag.

Zweitstimme ist Grünenstimme

Während Ihnen die Erststimme in den allermeisten Wahlkreisen in Schleswig-Holstein faktisch meist nur eine Wahl zwischen CDU und SPD lässt, entscheidet die Zweitstimme über die Stärke der Grünen im kommenden Landtag, indem die durch die Wahl abgegebenen Stimmenverhältnisse für die einzelnen Parteien auch im Landtag abgebildet werden.

Wenn Sie eine starke GRÜNE Fraktion oder gar GRÜNE Regierungsbeteiligung ermöglichen möchten,  dann brauchen wir insbesondere Ihre Zweitstimme.

 

25Apr

Learning German ain’t so easy

Knapp vier Monate sind nun verstrichen seit wir unser gemeinsames Leben in Deutschland begonnen haben. Und seit knapp drei Monaten bemüht sich mein Mann nun, Deutsch zu lernen. Menschen, die nach Deutschland einwandern, kriegen einen Berechtigungsschein, um an einem 600-stündigen Integrationskurs teilzunehmen. Den muss man ab einem bestimmten Einkommen bezahlen, für Menschen ohne/mit geringem Einkommen ist er kostenfrei.

Wir haben uns im Februar verschiedene Anbieter dieser Kurse hier in der Stadt angeguckt. Üblicherweise werden die Kurse von Volkshochschulen, der AWO und anderen Migrationsberatungseinrichtungen angeboten. Wir haben uns für eine kleine Sprachenschule bei uns in der Nähe entschieden. Zunächst war mein Mann noch ganz begeistert, dann stieß er auf ein großes Problem: Seine MitschülerInnen sind alle schon deutlich länger in Deutschland und können meistens schon deutlich besser Deutsch sprechen und Deutsch verstehen. Sie gehen in den Kurs um Deutsch schreiben zu lernen. Wenn der Lehrer nun in einem für Neulinge ziemlich rasanten Sprachtempo grammatikalische Regeln erklärt, versteht mein Mann nullkommanix während die anderen TeilnehmerInnen im Kurs gut mitkommen. Ein Eingehen auf die langsamen SchülerInnen im Kurs kommt nicht vor. Das hat dazu geführt, dass ich die Grammatik zu Hause immer nochmal auf Englisch erklären musste, damit mein Mann dann seine Hausaufgaben machen konnte.

Da ich im Moment Mitten im Wahlkampf stecke und meine Zeit für Grammatikerklärungen sehr begrenzt ist (häufig muss ich das auch erstmal nochmal nachschauen), haben wir jetzt beschlossen, dass mein Mann nochmal in einen anderen, einfacheren Kurs zurück geht. Wir werden sehen, ob er sich da besser aufgehoben fühlt. An sich ist es ja super, dass es solche Kurse gibt. Das erleichtert den Einstieg in die deutsche Welt doch sehr.

 

17Apr

Dein Radio und dein Fernsehen werden GRÜN

Jetzt sind unsere Materialien zur Landtagswahl fast komplett. Gestern wurde unser Grüner Fernsehspot zum ersten Mal im NDR ausgestrahlt. Wer’s verpasst hat, kann ihn auch hier angucken:

Ebenfalls frisch fertig ist jetzt Der Grüne Radiospot zur Wahl. Dank zahlreicher Spenden werden wir ihn sehr häufig ausstrahlen können. Ich freue mich schon jetzt darauf ihn live im Radio hören zu können. Die erste Ausstrahlung erfolgt am 19.4.

 

04Feb

Rückblick: Papiere, um in Marokko zu heiraten

Bevor der Blick weiter nach vorne geht und ich von unseren Integrationserfahrungen erzähle, möchte ich einen kurzen Rückblick auf unseren Hochzeitspapierstapel wagen. Denn wer eine binationale Ehe eingehen will, der muss vorher erstmal beweisen, dass Behördenlabyrinthe und Papiermarathonläufe einen nicht umhauen. Zudem ist ein solches Unterfangen nicht ganz billig

Für eine Hochzeit in Marokko nehme man:

  • Ein Ehefähigkeitszeugnis (hat 85€ gekostet), welches man beim Standesamt der Heimatstadt bekommt. Doch das gibt nicht einfach so. Mitbringen mussten wir den Pass von beiden zukünftigen Ehepartnern, eine Meldebescheinigung von beiden (5€), eine Ledigkeitsbescheinigung und eine Geburtsurkunde (meines Mannes). Die Geburtsurkunde mussten wir zuerst von der deutschen Botschaft in Rabat legalisieren lassen (Stempel drauf, 20€). Dann müssen alle Dokumente aus Marokko bei einem vereidigten Übersetzer ins Deutsche übersetzt werden (ca. 200€). Das Ehefähigkeitszeugnis muss später in der deutschen Botschaft in Rabat in eine Ehefähigkeitsbescheinigung umgetauscht werden (20€) und dann wiederrum von marokkanischem Außenministerium in Rabat legalisiert werden (2€).
  • Eine Bescheinigung über die deutsche Staatsangehörigkeit, die es bei Vorlage des Passes bei der deutschen Botschaft in Rabat gibt (für 20€).
  • Die Geburtsurkunde der ausländischen Verlobten (also von mir). Die bekommt man in der Stadt in der man geboren ist. Ich habe dafür im Standesamt Lüneburg 10€ bezahlt.
  • Eine Meldebescheinigung vom deutschen Wohnsitz. Die gibts im Bürgerbüro für 5€.
  • Ein deutsches Führungszeugnis und ein marokkanisches Führungszeugnis. Das deutsche Führungszeugnis muss man im Bürgeramt seines Wohnistzes beantragen und es wird einem dann vom Bundesamt für Justiz zugeschickt (13€). Das marokkanische Führungszeugnis bekommt man bei marokkanischen Justizministerium; den Preis habe ich vergessen.
  • Einen Gehaltsnachweis/Arbeitsnachweis der ausländischen Verlobten (meine). Ich habe mir dafür von meiner Co-Vorsitzenden eine Bescheinigung unterschreiben lassen, dass ich Landesvorsitzende bei den Grünen bin.
  • Eine medizinische Untersuchung. Diese brauchen beide und wir haben sie in Marrakech bei einem Arzt machen lassen. Zusätzlich wurde von mir noch eine weitere Untersuchung verlangt, in der ich nachweisen musste, dass ich nicht schwanger bin. Arztkosten: 20€.
  • Last, but not least: Eine Passkopie (die Ausweis-Seite und die Seiten mit den Einreisestempeln nach Marokko) und 4 Fotos (von beiden).
  • Mein Mann musste für die Hochzeit noch seine Ledigkeitsbescheinigung und seinen Ausweis (neben der schon erwähnten Fotos und der medizinischen Untersuchung) mitbringen.
  • Alle Papiere, die nicht arabisch sind, auf arabisch übersetzen lassen (-> bei uns 120€).

Insgesamt ist aus der Liste heraus zu lesen, dass die Papierbeschaffung mit viel Lauferei verbunden ist. Die Papiere aus Rabat haben wir tatsächlich an einem Tag bekommen, allerdings erfordert das einen extrem guten Schlachtplan, um alle Behörden während der Öffnungszeiten auch tatsächlich zu erreichen. Ist man fertig, müssen diese Papiere es nun noch durch einen Behördenmarathon in Marokko schaffen, bis man schließlich heiraten kann. Wir haben dafür in Marrakech 1,5 Wochen gebraucht. Die Hochzeit selbst beim Adoul (sowas wie ein Standesbeamter) ist total unspektakulär, das Fest allerdings ist riesig und atemberaubend. :)

Wer’s genau wissen will: Insgesamt haben wir für die Papiere ca. 520€ und für den Adoul 150€ bezahlt.

23Jan

Politische Rede auf dem Parteitag

19Jan

Teures, kaltes Land

Wir hatten heute einen Termin bei der Ausländerbehörde, um meinen Mann in Deutschland anzumelden und einen Aufenthaltstitel zu beantragen. Da die Ausländerbehörde direkt um die Ecke ist, sind wir mit dem Fahrrad gefahren. Mein armer Mann wäre fast erfroren. Zunächst haben wir ein meeeeeehrseitiges Formular zum Ausfüllen bekommen. Mein Mann meinte scherzhaft beim Ausfüllen, dass er gerade sein erstes Buch schreibe. Aber er sei sich nicht so sicher, ob es wirklich ein Verkausschlager würde. Nach dem Ausfüllen der Unterlagen wurden wir in ein Büro gebeten, und zwei Frauen begaben sich an die langwierige Aufgabe alle Daten aus dem Formular in einen PC einzutragen. Zwischendurch verlangte der PC nach einem Bild und den Fingerabdrückem meines Mannes. Letztendlich wurden wir dann gebeten am Kassenautomaten zu bezahlen. Ich habe erst gedacht, die beiden Frauen hätten heute einen lustigen Tag als sie mir erzählten die Anmeldung koste 110€. Es stellte sich aber leider heraus, dass es sich nicht um einen Scherz handelte. Nun bin ich im Besitz eines Quittungszettels auf dem der Name meines Mannes steht und dann “110€” . Sollte mich nochmal jemand fragen, wie ich meinen Mann kennengelernt habe, werde ich einfach den Bon herausziehen…

04Jan

Mekka und Kruzifix

Endlich in Deutschland. Monate haben mein Mann und ich darum gekämpft, zusammen leben zu dürfen. Wahre Papierberge haben wir angehäuft, die die offiziellen Stellen sowohl in Marokko als auch in Deutschland sehen wollten. Jetzt sind mein Mann und ich endlich zusammen in Deutschland. Wir sind am späten Abend des 3.1. am Flughafen in Düsseldorf gelandet und in ein nahe gelegenes Hotel gefahren. Schon während der Taxifahrt fragt mich mein Mann, wo denn die ganzen Menschen seien.  Ich erzähle ihm, dass die Menschen in Deutschland früh schlafen gehen und sich im Winter nicht so viel draußen aufhalten. Das findet er merkwürdig, aber sagt nichts weiter. Im Hotel angekommen sagt man uns, dass unser Zimmer im 3 Stock liege und es leider keinen Fahrstuhl gäbe. Bei 6 Koffern ist das um 23.30Uhr eine wahre Herausforderung, aber nach 4 Stunden sitzen im Flugzeug eine willkommene Abwechslung.

Beim Betreten des Hotelzimmers hält mein Mann plötzlich inne.
„Schatz, da hängt ein toter Mann an der Wand!“
„Ja, das ist Jesus. Das ist unser Gott“
„Euer Gott ist tot?!“
„…“

Kurze Zeit später haben wir uns im Zimmer eingerichtet und mein Mann möchte seine Gebete, die er während der Reise nicht machen konnte, nachholen.  Mit meinem iPhone finden wir die Richtung nach Mekka heraus. Es ist genau die Richtung, an der das Kruzifix an der Wand hängt. Mein Mann bittet mich Jesus woanders schlafen zu lassen. Ich hänge ihn an eine andere Stelle und höre meinem Mann beim rezitieren des Koran zu. Später, beim Einschlafen, hören wir den Kirchenglocken in der Stadt zu. Salam Almania – Hallo Deutschland!

17Nov

Volle Säale und interessierte ZuhörerInnen: Die Grünen Neumitglieder

Nun erleben wir schon seit einiger Zeit einen stetigen Strom an Menschen, die zu uns kommen und bei uns aktiv Politik mitgestalten wollen. Die Gründe hierfür sind so unterschiedliche, wie die Menschen, die bei uns Mitglied werden. Manchen geht es um die Politik in ihrer Kommune vor Ort. Schon lange haben sie sich über die Baupolitik oder die schlechte Ausstattung der KiTa aufgeregt – jetzt wollen sie endlich selbst mitmachen, um verändern zu können. Für andere haben insbesondere die Politik der Landes- und der Bundesregierung den Ausschlag gegeben, aktiv an einer starken Grünen Opposition mitwirken zu wollen. Über all diese Menschen freuen wir uns und laden inzwischen mehrmals im Jahr zu einem Neumitgliedertreffen nach Kiel ein. Wir dürfen uns dabei jedes Mal über volle Säale und interessierte Zuhörer_innen freuen. Das letzte Treffen fand am 19.9.2011 mit über 50 Teilnehmer_innen im Kieler Landeshaus statt. Wilkommen an Bord!

11Nov

Politische Rede 11.11.2011

Liebe Freundinnen und Freunde,
herzlich Willkommen in Neumünster. Vor gut zwei Jahren haben wir schon einmal hier getagt, um ein Landtagswahlprogramm zu verabschieden und eine Landesliste zu wählen. Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass das auch damals ein wahrer Arbeitsparteitag war.
Vor uns liegen zweieinhalb Tage und über 400 Änderungsanträge. Ich kann euch deshalb auch diesmal leider kein Wellness Wochenende versprechen.
Aber ich verspreche mir ein gelungenes Finale eines in vieler Hinsicht unglaublichen Programmprozesses und ich verspreche mir einen selbstbewussten Startschuss in den Wahlkampf!
Liebe Freundinnen und Freunde,
da die anderen regieren, gibt’s in Schleswig-Holstein mal wieder frühzeitig Neuwahlen. Als wir Ende letzten Jahres überlegt haben, wie wir das Programm erarbeiten, haben wir zunächst gedacht: Warum nehmen wir nicht einfach das alte Programm und ändern einfach die Überschrift?
Erscheint erstmal logisch, wenn man sich aber die letzten zwei Jahre genauer ansieht, dann ist klar, das die Veränderungen kaum tiefgreifender hätten sein können:
Die Zeiten ändern sich rasant, und auch wir und unsere Rolle als Grüne in der Parteienlandschaft haben sich in der kurzen Zeit wiederum so sehr entwickelt, dass eine Neuauflage von 2009 unserem eigenen Anspruch und dem unserer Wählerinnen und Wähler nicht gerecht geworden wäre.
Die Schuldenuhr im Landtag klettert unaufhörlich nach oben, während der Investitionsbedarf im Land, vor allem im Klimaschutz und in der Bildung, immer weiter steigt. Währenddessen fallen die Finanzmärkte über die Staaten her, deren öffentliche Haushalte noch desolater sind als unserer und so schnell nicht zu stopfen sind. Dies sind also die Zahltage für die Fehler der Vergangenheit und wir wissen noch nicht wie teuer es am Ende werden wird.
Auch wenn es sicherlich grundsätzlich richtig ist, auf den Markt und seine Selbstregulierung zu setzen. An dieser Stelle zeigt sich, dass die unsichtbare Hand des Marktes sehr schmerzhafte Ohrfeigen verteilen kann, wenn man ihr vorher keine gute Kinderstube beibringt. Stattdessen macht Schwarz-Gelb lieber weiter Wahlgeschenke in Form von Steuersenkungen für Besserverdienende.
Wir Grüne treten deshalb ein für die Schuldenbremse, weil wir wissen, dass kurzfristiges Handeln einem früher oder später um die Ohren fliegt: siehe Atom, siehe Klimawandel, siehe Schulden.
Wenn ich mit Menschen im Land spreche, die grün wählen, dann ist das Bild heute nicht mehr so einheitlich wie es wahrscheinlich früher war. Die älteren erwarten vor allem, dass Politik sich wieder mehr kümmert, soziale Härten abfängt und die Wirtschaft in ihre Schranken weist.
Die jüngeren sehen uns Grüne vor allem als Partei, die sich traut den Menschen reinen Wein einzuschenken, dass globale Probleme heute nicht mehr per ordre de mufti in der Staatskanzlei oder Kanzleramt gelöst werden können und als Partei die Rahmenbedingungen formuliert, damit Chancengerechtigkeit und eigenverantwortliches Leben auch heute noch möglich ist.
Beide haben recht. Und das macht den schwierigen Spagat aus, den wir auch mit diesem Programm machen. Zuerst muss Politik sich ehrlich machen. Wenn wir die Probleme wirklich an der Wurzel packen wollen, können wir keine schnellen Lösungen versprechen. Schon gar nicht als mittelgroße Partei in einem eher kleinen Bundesland.
Wir wissen, dass wir sparen müssen und deshalb verzichten wir auf staatliche Leistungen oder auf Investitionen, die uns sehr am Herzen liegen. Wenn es nichts mehr zu verteilen gibt – dann ist das jedoch nicht das Ende, sondern Kern von politischer Auseinandersetzung. Gerade jetzt darf es nicht haushälterisch um die ziellose verschieben und streichen von Einzelbeträgen gehen. Jetzt muss es um die Kernfrage gehen, wie wir dieses Land in 10,15, 25 Jahren sehen wollen  – gerade jetzt braucht Schleswig-Holstein starke Landespolitik. Wir verzichten daher nicht darauf, trotz knapper Kassen Prioritäten zu setzen und ehrlich anzusagen wohin mit uns die Reise geht. Wir investieren in Bildung und Klimaschutz, nicht in Straßen und Hotels!
Zum zweiten treten wir hier nicht an um zu jammern, dass so wenig Geld da ist und dass Schleswig-Holstein nicht die großen Räder drehen kann. Wir machen Politik weil es wichtig ist und weil wir Lust darauf haben. Und weil wir nicht wollen, dass die Energieinfrastruktur der Zukunft in die Hände von Eon und Vattenfall oder Gazprom fällt , machen wir den Menschen in Schleswig-Holstein ein Angebot, die Infrastruktur der Zukunft in eigene Hände zu nehmen: in Bürgersolarparks und in Bürgernetze.
Und Drittens wollen wir Schleswig-Holstein rausholen aus dem traurigen Clown-Kostüm, das die jetzige Landesregierung anhat, wenn sie in Berlin die Interessen unseres Landes vertritt.
Auf dem Bundesparteitag in Kiel, heute in zwei Wochen, werden wir eine Grundsatzdebatte über die finanzielle Zukunft der öffentlichen Haushalte führen, die an das anknüpft, womit wir es dieses Wochenende häufig zu tun haben werden. Es geht um das Aufbrechen der Schuldenspirale, es geht um teure Infrastrukturprojekte wie A20 und Fehmarnbelt, die uns von der Vergangenheit noch aufgehalst werden und es geht um die Finanzierung der Zukunft.
Wir müssen sparen, aber wir müssen auch Einnehmen. Sonst sparen wir uns zu Tode. Wir hier in Schleswig-Holstein schaffen die Wende nicht alleine, dazu braucht es den Bund und mutige Initiativen im Bundesrat – keine Alleingänge beim Glücksspielgesetz. Wir kämpfen auf Bundesebene dafür, dass Schleswig-Holstein wieder als Akteur wahrgenommen wird.
Unser Programm ist aber auch ein Angebot an die anderen Parteien. Wenn wir dieses Land aus dieser Krise befreien wollen, müssen wir endlich anfangen uns frei von Parteizugehörigkeiten über Inhalte zu streiten. (BSP?)  In Schleswig-Holstein liegt leider noch so mancher Parteisoldat in seinem Ideologiegraben ohne gemerkt zu haben, dass diese Schlacht vorbei ist. Unsere Vorstellung von diesem Land liegt am Sonntagmittag auf dem Tisch. Für freuen uns auf die Debatte darüber mit den anderen Parteien und wir freuen uns auf den Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern dieses Landes.
Das alles meinen wir mit NordiSH by Nature.
Der zweite Grund, warum wir hier nicht die überarbeitete Auflage des Wahlprogramms von 2009 verabschieden, seid Ihr. Ihr habt es so gewollt.
Wir schließen morgen und übermorgen einen Programmprozess ab, der vor einem Jahr mit einem Beschluss des Parteirates angefangen hat.
Anders als im ad hoc Programm von 2009, wegen kurzem Wahlkampf, haben wir als Partei ein Jahr lang in der Tiefe geschürft und den Aufbruch der letzten Jahre, seit dem letzten „richtigen“ Wahlprogramm, noch zu rot-grünen Zeiten im Herbst 2004, alles zusammengetragen. Wir haben uns in Programmkonferenzen, Landesarbeitsgemeinschaften und Fachgesprächen zusammen gesetzt und aufgeschrieben, wie für uns ein Schleswig-Holstein der Zukunft aussieht. Bei anderen heisst das liquid Democracy, bei uns trifft man sich noch und arbeitet.
Ihr habt unglaublich gearbeitet. Wir mussten euch eher bremsen als antreiben. Es hat Spaß gemacht und hat uns noch mehr zusammengeführt. Wir sind dabei immer weiter gewachsen und neue Leute haben sich an dem Prozess beteiligt.  Damals waren wir in SH 1500 Grüne, heute sind wir über 2000.
Umso mehr verwundert mich, wenn ich mir die Presse der vergangenen Tage zu Gemüte führe. Die Attribute, mit denen wir versehen sind heißen Chaos, Streit, Konflikte um die Führung.
Haben die aus Versehen den falschen Landesverband gemeint?
Jawohl, wir haben heute Abend eine Debatte über das Frauenstatut und geschlechtergerechte Sprache. Aber wir verfallen doch nicht ins Chaos! Wir führen solche Debatten seit über 30 Jahren – ok, ich natürlich noch nicht ganz so lange. Wer sich nach Kanzlerwahlvereinen sehnt, der muss zu den anderen gehen. Bei uns wird in der Sache gestritten. Und dass wir Grüne unsere Prinzipien wichtig nehmen, aber gleichzeitig unsere Prinzipien immer wieder überprüfen – und dass ist gut so.
Ich freu mich auf diesen Parteitag und danke Euch schon jetzt aus ganzem Herzen für diesen engagierten und sehr verantwortungsvollen Programmprozess.

27Jun

Kurzfilm zur Eurokrise

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